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Steuernummer

Die Steuernummer ist in Deutschland eine Personenkennziffer unter der die Person beim Finanzamt geführt wird. Im englischsprachigen Raum als VAT Number bezeichnet. VAT steht für „Valued Added Tax“ (=Mehrwertsteuer).
Die Nummer ist z. B. in § 8 der „Buchungsordnung für Finanzämter“ (BuchO) vorgesehen.
Sie ist eindeutig einem Steuerpflichtigen zugeordnet, bleibt aber bei einem Umzug nicht unbedingt gültig. Denn die Länge der Steuernummer variiert je nach Land zwischen 10 und 11 Ziffern.
Das Schema in Bayern: FFF/BBB/UUUUP. Dabei bedeuten:
FFF = die letzten drei Ziffern der vierstelligen Bundesfinanzamtsnummer (BUFA-Nr)
BBB = die Bezirksnummer innerhalb des Bereiches des jeweiligen Finanzamtes
UUUU = die persönliche Unterscheidungsnummer
P = die einstellige Prüfziffer.
Ab 2009 besteht die gesetzliche Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung. Daher wurde für die Abgabe elektronischer Steuererklärungen nach dem ELSTER-Verfahren ein bundeseinheitliches Schema entwickelt.
Damit wurde in Bayern aus FFF/BBB/UUUUP
die neue Nummer 9FFF0BBBUUUUP


Identifikationsnummer

Ab dem 1. Juli 2007 wurde für jeden Bürger bereits mit der Geburt eine lebenslange persönliche Identifikationsnummer eingeführt, in der Regel mit TIN (Tax Identification Number) oder Steuer-ID abgekürzt. Die Identifikationsnummer besteht aus elf Ziffern: 12 345 678 910.
Zu der Identifikationsnummer werden alle persönlichen Angaben gespeichert: Name(n), Anschrift(en), Geschlecht, Geburtstag und -ort sowie das zuständige Finanzamt. Die gesetzliche Grundlage ist § 139b Abgabenordnung und die dazu ergangene Verordnung (§ 1 STIdV).
Die Finanzämter erhlaten zum Beispiel Zugriff auf die in der zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen gesammelten Informationen und können steuerpflichtige Rentner ab 2005 zur Abgabe einer Steuererklärung aufzufordern.
Zusammenfassend ist die Identifikationsnummer ein weit über die Steuerbelange hinausgehendes allgemeines Personenkennzeichen. Brauchbar für Kontrolle und Überwachung der Bevölkerung.
Verantwortlich: der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück von der SPD, mehrmals unangenehm aufgefallen wegen seiner unverschämten Äußerungen über die Schweizer.


Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Seit 1993 (Einführung des Europäischen Binnenmarktes) wird von den Unternehmern die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verlangt. Sie ist zwingend für B2B-Geschäfte ins EU-Ausland nötig, das ist eine innergemeinschaftliche Lieferung oder Leistung (gem. § 4 Abs. 1 Nummer 1 lit. b) UStG i.V.m. § 6a UStG, § 18a Abs. 6 UStG und § 3a Abs. 2 UStG) bei der keine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt wird.
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer besteht aus dem Länderkürzel und 9 Ziffern: DE999999999

Nach EU-Vorschrift muss bei Geschäften innerhalb der EU die Mehrwertsteuer nur in dem Mitgliedstaat entrichtet werden, in dem der Käufer seinen Wohnsitz hat. Der Lieferanten braucht eine einfache Möglichkeit, die vom Käufer vorgelegte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zu validieren, also zu bestimmen, ob die USt-IdNr. (Umsatzsteuer-Identifikationsnummer) in der europäischen VIES-(VAT Information Exchange System)-Datenbank als gültig geführt wird. Diese Validierung wird durch das MwSt-Informationsaustauschsystem (MIAS) der Europäischen Kommission durchgeführt.
Die Prüfungsseite: http://ec.europa.eu/taxation_customs/vies/

Die Angabe einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wird häufig bevorzugt, da diese datenschutztechnisch sicherer ist und weniger Möglichkeiten zum Missbrauch als die Steuernummer bietet. Für die Geschäfte im Inland wird sie nicht benötigt, da reicht die Steuernummer aus.

Regeln für Amazon

Aber für Amazon-Verkäufer zum Beispiel im Status Professionell mit Umsatzsteuerberechnungsservice, bei dem Amazon automatisch eine Rechnung an die Käufer versendet, wird die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer grundsätzlich benötigt.
Dazu prüft Amazon die USt-IdNr (Umsatzsteuer-Identifikationsnummer) in regelmäßigen Abständen.
Wenn die Meldung kommt: „Nein, MwSt-Nummer für grenzübergreifende Geschäfte innerhalb der EU ungültig“ wird Amazon den Umsatzsteuerberechnungsservice und die automatische Rechnungserstellung deaktivieren.

Der Grund für die plötzliche Ungültigkeit wäre, dass ein Mitarbeiter des Finanzamtes die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer deaktiviert. Warum er das machen sollte, ist nicht klar, aber vielleicht hat er ein paar Knöppe zuviel gedrückt.
Wenn das Finanzamt nach Aufforderung durch den Amazon-Verkäufer die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wieder aktiviert hat und bei der Abfrage die Meldung: „MwSt-Nummer gültig“ erscheint, ist das Problem noch nicht gelöst. Erst muss der Amazon-Verkäufer die „ungültige“ Nummer löschen und dann die gültige und identische Nummer eintragen. Sowohl der Umsatzsteuerberechnungsservice als auch die automatische Rechnungserstellung muss dann neu beantragt werden, damit Amazon sie aktivieren kann. In der Übergangszeit von cirka einer Woche muss der Amazon-Verkäufer wieder selbst Rechnungen schreiben und an die Käufer schicken.


Wirtschafts-Identifikationsnummer

Voraussichtlich ab 2021 wird eine weitere Zahl für Selbstständige, juristische Personen und Personenvereinigungen eingeführt (siehe § 139c AO). Das ist die Wirtschafts-Identifikationsnummer (W-IdNr.), mit der der betriebliche Bereich klar und eindeutig von der privaten Sphäre getrennt werden soll.
Die W-IdNr. soll in ihrer Form der USt-IdNr. entsprechen, auch sie wird aus dem Länderkürzel und 9 Ziffern: DE999999999 bestehen.

2.12.2019
Finanzbehörden sollen damit in der Lage sein, wirtschaftlich tätige Rechtssubjekte mit den jeweils handelnden natürlichen Personen richtig zuordnen zu können.
Quelle:bzst.de/DE/Unternehmen/Identifikationsnummern/Wirtschaftsidentifikationsnummer/wirtschaftsidentifikationsnummer_node.html#js-toc-entry1