Allgemeine Regeln, die stets zu beachten sind:

>Eine geladene Schusswaffe darf nicht aus der Hand gelegt werden.

>Vor dem Laden hat sich der Schütze zu überzeugen, dass der Lauf frei von Gegenständen ist.
>Beim Laden und Entladen werden Waffen an sicherem Ort auf eine geeignete Kugelfangeinrichtung gerichtet.

>Schusswaffen werden nur im entladenen Zustand übergeben. Das bedeutet, es befindet sich keine Munition im Patronenlager und auch nicht im ggf. eingeführten Magazin.

Anmerkung:
Andere Ladezustände sind
-teilgeladen (= das Magazin mit Munition befindet sich in der Waffe, aber es ist keine Munition im Patronenlager) und
-fertiggeladen (= es befindet sich Munition im Patronenlager).
Beide Zustände gelten juristisch als geladen.
Sicherungszustände sind
-entspannt bzw. gespannt (betrifft den Hahn bzw. Verschluss einer Waffe, der den Schlagbolzen betätigt),
-entsichert bzw. gesichert (betrifft die Stellung des Sicherungshebels einer Waffe).
Das Gesetz kennt zudem
-schussbereit, wenn die Schusswaffe mit wenigen Handgriffen geladen und in Anschlag gebracht werden kann.
-nicht schussbereit ist eine Schusswaffe, wenn sie in einem verschlossenen Transportbehälter und getrennt von der Munition mitgeführt wird.
>Der Lade- und Sicherungszustand ist dem Übernehmenden mitzuteilen, der sich sofort vom Lade- und Sicherungszustand der Waffe überzeugt und diese auf augenfällige Mängel kontrolliert. Ohne Persönlichen Sicherheitskontrolle (PSK) betrachtet man eine Waffe zur Sicherheit immer als fertiggeladen.
Anmerkung:
Die PSK wird bei jedem Übernehmen bzw. Übergeben einer Waffe sowie vor deren Reinigung oder Zerlegung durchgeführt.


Die legendäre Walther P 99 als Schreckschusspistole im Kal. 9mm P.A.K. ist bestens zur Selbstverteidigung geeignet.
Anmerkung:
P.A. oder P.A.K. ist eine Abkürzung im SRS-Bereich. Sie bedeutet: P = Pistole, A = Automatik, K = Knall.
Zur A = Automatik – Begriffsbestimmung laut WaffG Anlage 1 Abschnitt 1 Nummer 2.2: Automatische Schusswaffen; dies sind Schusswaffen, die nach Abgabe eines Schusses selbsttätig erneut schussbereit werden und bei denen aus demselben Lauf durch einmalige Betätigung des Abzuges oder einer anderen Schussauslösevorrichtung mehrere Schüsse abgegeben werden können (Vollautomaten) oder durch einmalige Betätigung des Abzuges oder einer anderen Schussauslösevorrichtung jeweils nur ein Schuss abgegeben werden kann (Halbautomaten).

SRS-Waffen (Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen) können frei erworben werden, lediglich das Führen ist reglementiert. In Deutschland ist der Inhaber des Kleinen Waffenscheins berechtigt eine SRS-Waffe zu führen. Legale SRS-Waffen haben ein PTB-Prüfsiegel (Physikalisch-Technische Bundesanstalt) in einem Kreis. Eine SRS-Waffe ohne PTB-Zeichen ist ein illegaler Waffenbesitz.

Anmerkung:
Nach bestandener Prüfung gemäß festgelegter Kriterien erhalten Waffen durch die Bundesanstalt eine fortlaufende PTB-Nummer zugeteilt.
Eine kleine Übersicht bietet die Liste auf dieser Seite:muzzle.de/Zubehor/PTB-Liste/ptb-liste.html

Alle SRS-Waffen haben eine Laufsperre, die verhindert, dass scharfe Patronen abgefeuert werden können. Zudem bestehen sie in der Regel grösstenteils aus Zinkdruckguss und besitzen oft „Sollbruchstellen“, die einen Umbau für scharfe Munition nahezu unmöglich machen.
Anmerkung:
Waffenbesitzer sollten zur Vermeidung von „Diskussionen mit den Kontrollorganen“ Waffen und ggf. Munition getrennt voneinander und so verwahren, dass Unberechtigte keinen Zugriff darauf erhalten können.

Beim Führen der SRS-Waffe gehört der Personalausweis zum Kleinen Waffenschein dazu.
Beim Transport der SRS-Waffe ist kein Waffenschein erforderlich, denn das Transportieren ist erlaubnisfrei.
Anmerkung:
Doch sollte die Waffe während des Transportes zur Vermeidung von „Missverständnissen“ bei der Personenkontrolle in einem verschlossenen Behälter aufbewahrt werden.

Es ist verboten, die SRS-Waffe bei öffentlichen Veranstaltungen (Demonstrationen, im Kino, im Theater, in der Disko, auf Festen, Märkten oder bei Karnevalsveranstaltungen) zu führen.
Ansonsten ist die Waffe stets verdeckt zu führen (Auflage gem. § 9 Abs. 1 und 2 WaffG) und darf nicht aus der Kleidung herausragen.
Das Schießen mit diesen Waffen ist nur auf dem eigenen eingezäunten Grundstück erlaubt.

Munitionsarten laut WaffG:
Patronenmunition (Hülsen mit Ladungen und Geschoss)
Kartuschenmunition (Hülsen mit Ladungen ohne Geschoss)
pyrotechnische Munition (Patronen-Munition, die ein pyrotechnisches Geschoss enthält, z.b. Leucht-u. Signalpatronen)

Munition für die P 99:

– Knallmunition – grüne Abdeckkappe – Ladung: NC Nitrocellulose-Pulver
Zum Verschießen von Signaleffekten.

Effektmunition
– Knallmunition in Kombination mit einem hellen, goldfarbenen Kugelblitz als Mündungsfeuer – goldene Abdeckkappe – Ladung: NC Nitrocellulose-Pulver
Nicht zum Verschießen von Signalmunition !

Reizgasmunition:

– Pfeffer – Ladung: NC Nitrocellulose-Pulver – Wirkstoff: Nonivamid (technischer Pfeffer) – 120mg pro Patrone
rote Abdeckkappe
Wirkung:
bei den Augen erfolgt sofort eine Erweiterung der Kapillargefäße, die eine momentane Sehbehinderung verursachen. Bei den Lungen macht sich eine kurzzeitige Beeinträchtigung der Atmung bemerkbar. Auf der Haut wird ein stark brennender Reiz in Verbindung mit einer Hautrötung erzeugt
Anmerkung:
Der Pfefferreizstoff wirkt in gleichem Maße auf Tiere wie auf Menschen. Entsprechend der deutschen Gesetzgebung ist die Verwendung des Pfefferwirkstoffes im privaten Bereich gegenüber Menschen nicht zulässig. Im Notwehrfall ist dies jedoch nachgeordnet. Pfeffermunition hat rote oder braune Kappen. Pfefferspray ist als Anti-Hundspray frei verkäuflich.

– CS – Ladung: NC Nitrocellulose-Pulver – Wirkstoff: Chlorbenzylidenmalodinitri – 80mg pro Patrone
gelbe Abdeckkappe
Wirkung: starke Augenreizung mit Tränenfluss, verbunden mit krampfhaftem Augenschließen. Zusätzlich eine von Angst begleitete Atemnot mit gleichzeitigem Zusammenziehen des Brustkorbs. Tiere, insbesondere Hunde, reagieren darauf kaum.

– CN – Ladung: NC Nitrocellulose-Pulver – Wirkstoff: Chloracetophenon – 170mg pro Patrone
blaue Abdeckkappe
Wirkung: Im direkten Vergleich hat CS eine geringere toxische Wirkung als CN. Da CN zu erheblichen Schäden führen kann sollte CS bevorzugt eingesetzt werden.
Anmerkung:
CN-Spray und CS-Spray unterliegen dem Waffengesetz.

Signalsterne
Mit dem schwarzen (offenen) Hülsenende zuerst in den stets gereinigten Abschussbecher (Zusatzlauf) einführen.
Maximale Höhe ca. 60 Meter.

Einen kleinen Munitionssorten-Überblick bietet die Seite:
http://www.muzzle.de/N4/Schreckschuss/Munitionssorten/munitionssorten.html

Eine SRS-Waffe (auch Schreckschusswaffen = SSW) verschießt keine Geschosse. Aber die heißen Gase der Platz- oder Gaspatrone kommen vorne heraus und deren Reichweite liegt – je nach dem verwendeten Kaliber – bei 1 bis 3 Metern. Unter einem Meter kann der heiße Gasstrahl Verletzungen hervorrufen, er würde zum Beispiel durch Druck und Hitze ein Auge zerstören. Die beim Abfeuern entstehende Druckwirkung liegt meist bei rd. 400 Bar Das ist so hoch, dass ein auf den Kopf aufgesetzter Schuss tödliche Folgen haben kann.

Das Standardmagazin ist vorwiegend aus Blech gefertigt und fasst 15 Kartuschen im Kaliber 9mm P.A.K.

Außerdem gibt es ein Hi Cap Magazin Walther P99/PPQ in dem können 33 Kartuschen im Kaliber 9mm P.A.K. geladen werden.

Für SRS-Waffen gibt es passende Abschussbecher auch Zusatzlauf genannt zum Verschießen von pyrotechnischer Munition.
Der Abschussbecher wird auf die Mündung der Schreckschusswaffe aufgeschraubt. Der Gasdruck der Platzpatrone treibt den Signaleffekt aus dem Abschussbecher heraus. Die max. Steighöhe beträgt ca. 60 m. Die „offene“, in der Regel schwarze Treibsatz-Seite des Signalkörpers kommt nach unten in den Becher.
Der Abschussbecher hat Entlastungsbohrungen, damit wird die Geschossenergie (Bewegungsenergie der pyrotechnischen Munition) auf die maximal erlaubten 7,5 Joule begrenzt.
Anmerkung:
Die ausgestoßene pyrotechnischen Munition >könnte< als „Geschoss“ bezeichnet werden.
Die Munition wird aber aus einem Abschussbecher ausgestoßen und nicht durch einen Lauf getrieben. Ein Lauf ist im WaffG klar definiert als ein rohrförmiger Gegenstand, der Geschossen „… ein gewisses Maß an Führung gibt, wobei dies in der Regel als gegeben anzusehen ist, wenn die Länge des Laufteils, der die Führung des Geschosses bestimmt, mindestens das Zweifache des Kalibers beträgt; …“ (WaffG Anlage 1 Abschnitt 1 Nummer 1.3.1.)
Selbst bei der kleinsten verwendbaren Munition ist das bei einem Abschussbecher nicht der Fall. Daher ist die SRS mit Abschussbecher auch keine verbotene Schusswaffe.

Das Schießen in der Öffentlichkeit bedarf immer einer Genehmigung durch die zuständige Behörde. Ausnahmen sind im § 12 des Waffengesetzes geregelt.

§12 Absatz 4 bestimmt, dass Schiessen außerhalb von Schießstätten nur zulässig ist
1. durch den Inhaber des Hausrechts oder mit dessen Zustimmung im befriedeten Besitztum
a) mit Schusswaffen, deren Geschossen eine Bewegungsenergie von nicht mehr als 7,5 Joule (J) erteilt wird … sofern die Geschosse das Besitztum nicht verlassen können

Weitere Ausnahmen sind zum Beispiel Notwehr und Notstand.


Und etwas aus der Reihe: „Wir wissen nicht, was dieser freundliche Polizist empfiehlt. Wir empfehlen …“

Immer wieder wird seitens der Polizei darauf hingewiesen, dass z. B. eine SRS-Waffe zu zeigen kein Schutz ist. Im Gegenteil sei die Gefährdung größer, weil der bewaffnete Verbrecher angesichts der Pistole selbst schießen würde. Und der Verbrecher kann und wird sich eine echte Waffe beschaffen und es ist ihm schnuppe, ob das verboten ist..
Weiter wird seitens der Polizei darauf hingewiesen, dass z. B. die Benutzung von Pfefferspray kein Schutz ist, wenn der Angreifer betrunken ist oder unter Drogeneinfluß steht. In diesen Fällen ist das Gas fast wirkungslos.
Der freundliche Polizist empfiehlt: Die beste Verteidigung heißt, Gefahren zu vermeiden. Weglaufen ist besser als falsches Heldentum. Dann hoffen wir, dass uns der bewaffnete Verbrecher nicht einfach in den Rücken schießt.

Und andere Alternativen?
Handrad/Ventilrad aus Metall oder rotglänzendes, extrem schnell trocknendes, wisch- und wetterfestes Colorspray (z.B. https://www.amazon.de/dp/B06ZZYZ2MJ), für Raucher interessant: das Spray ist sehr leicht entzündlich.


Wieder zurück zur P 99 und nun die Frage: Wie zerlege ich die Waffe für die Reinigung?

Dazu hat WaffenOstheimer am 14.11.2013 ein Video veröffentlicht: Zerlegen der Walther P99 für die Reinigung

Quelle:youtube.com/watch?v=Xt4CT-aSKSk


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