Bildquelle:Von unknown (Logo) – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11591756


19. Juni 2019
Hagel in Leer:


Zum Beispiel der Plytenberg:

Der Plytenberg ist mit seinen 9 Metern die höchste Erhebung Ostfrieslands.
Nach Burkhard Sonnenburg, Leiter des Heimatmuseums in Leer, gibt es diesen Berg seit dem Mittelalter. Bis heute ist nicht klar, warum er einmal angelegt wurde. Da es ein Grabungsverbot für Archäologen gibt, wird es wohl so bleiben.
Auch Leeraner wissen über diese möglicherweise im 15. Jahrhundert aufgeschüttete Erhebung nicht viel.
Die Vermutung ist, da sei mal ein Männchen aufgetaucht, der Plytje! Und deshalb nennt man ihn Plytenberg.
Oder lebten dort die Erdmantjes (vergleichbar den Kölnern Heinzelmännchen), die unter ihrem König Sjurt den verschwundenen Schatz von König Radbods bewachten?


23. Januar 2019
Die Landschaft mit Schnee gepudert:


16. Dezember 2018
Ein Blick in den Garten:


Zum Beispiel die Drehorte von „Friesland“, der friesischen Krimi-Reihe mit Humor.
Da wäre die Apotheke von Insa Scherzinger, sonst Jimmy’s Altstadt Cafe.


Zum Beispiel die Drehorte von „Friesland“, der friesischen Krimi-Reihe mit Humor.
Da wäre das Beerdigungsinstitut des Bestatters Wolfgang Habedank, sonst die Galerie von Katja Zwezerijnen.


Sahra Wagenknecht hat die bedenklichen sozialen (?) und demokratischen (?) Entwicklungen von SPD, Grünen und CDU auf den Punkt gebracht. Unter anderem in Ihrem Buch „Reichtum ohne Gier“ Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2016, S. 15f  ISBN:978-3-593-50516-9

„Auch soziale Leistungen, in vielen Ländern als Lohnbestandteile gesetzlich geregelt und einst als Bedingung von auch im Falle von Krankheit, Alter oder Arbeitslosigkeit gewahrter Menschenwürde verstanden, sind heute nur noch Kostenfaktoren, die die Unternehmen angeblich überfordern und mit dieser Begründung klein geschliffen werden.

In diesem Sinne schuf Gerhard Schröder, unterstützt von Joseph Fischer, aber auch Angela Merkel, in Deutschland tatsäcklich eine Neue Mitte: Dank »Agenda 2010« finden sich Beschäftigte, die früher in einem ordentlichen Vollzeitjob zu auskömmlichen Löhnen gearbeitet und zur Mittelschicht gehört haben, heute als Leiharbeiter, Werkvertragler, Scheinselbstständige, Befristete, oder Minijobber, oft zum halben Einkommen und in der Regel mit ungesicherter Perspektive, in der Logistik, am Band bei BMW, am Schalter bei der Post, an der Kasse einer Drogeriekette oder zu Hause am Computer wieder. Und zum Lebensgefühl der Neuen Mitte gehört natürlich auch die neue Angst, im Krankheitsfall aus der Bahn geworfen oder mit hohen Kosten konfrontiert zu werden, ebenso wie die Aussicht, dass selbst nach einem langen Arbeitsleben keine auskömmliche Rente mehr zu erwarten ist.“

DAZU DIE ARZTSUCHE:
Ein Hausarzt / Allgemeinmediziner ist – meist in der Erkältungszeit – vielleicht nötig. Bisher – in München – hätten wir mit der nächstgelegenen Praxis telefoniert und einen Termin vereinbart.
Das wollten wir auch weiterhin so halten. Doch so einfach ist es in Ostfriesland wohl nicht. Die Praxen auf der Mühlenstraße und auf dem Schleusenweg teilten uns mit, dass sie einen Patientenaufnahmestopp haben und keine neuen Patienten mehr annehmen.
Wie bitte ?
Da mussten wir erstmal schlucken.

Und wir erinnerten uns an den Sozialstaatabbau der „Agenda 2010“, die 2003 bis 2005 von der aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen gebildeten Bundesregierung weitgehend umgesetzt wurde.

DIE VERANTWORTLICHEN:
Gerhard Fritz Kurt Schröder von der SPD, von Oktober 1998 bis November 2005 Bundeskanzler.
Joschka Fischer (eigentlich Joseph Martin Fischer) von Bündnis 90/Die Grünen, von Oktober 1998 bis November 2005 Aussenminister und Vizekanzler.
Ursula „Ulla“ Schmidt, geborene Radermacher von der SPD, von Januar 2001 bis Oktober 2009 Bundesministerin für Gesundheit.

Verabschiedung und Umsetzung des Gesetzes zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung.
Viele bisher gewährte Leistungen wurden aus dem Katalog der GKV (Gesetzlichen Krankenversicherung) gestrichen.
Rezeptfreie Arzneimittel (OTC-Artikel) werden in der Regel nicht mehr von den GKV erstattet. Über Ausnahmen entscheidet ein gemeinsamer (Ärzte und Krankenkassen) Bundesausschuss.
Zuzahlung bei stationärer Behandlung im Krankenhaus: Pro Tag müssen für maximal 28 Tage 10 € bezahlt werden.
Sterbe- und Entbindungsgeld werden nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt.
Sehhilfen und Brillen werden ebenfalls nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt.
Zahnersatz und Krankengeld sollen in Zukunft nicht mehr paritätisch, sondern alleine durch Beiträge der Versicherten abgesichert werden.

Eine erste kritische Reaktion auf die Agenda 2010 folgte am 23. Mai 2003:
400 Wissenschaftler unterzeichneten den Aufruf „Sozialstaat reformieren statt abbauen – Arbeitslosigkeit bekämpfen statt Arbeitslose bestrafen!“
Hat aber nix gebracht.

Als die Ärzteschaft 2008 gegen die Gesundheitspolitik demonstrierte, hat es die Medien Null interessiert.

Jetzt, wo die Patienten spüren welche Auswirkungen die falsche Politik hat, da wachen die Medien langsam auf.
Na, herzlichen Glückwunsch deutsche Medien.

Durch diese Erfahrung haben wir uns für die Ärztedichte in Deutschland interessiert und die schaute Ende 2017 so aus:.

Bildquelle:bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/Statistik2017/Stat17AbbTab.pdf

Oder detailliert nach Einwohner pro Arzt, Stand Ende 2017:

Erste Spalte der Tabelle: die Zahl der Einwohner die sich einen Arzt teilen müssen. Je weniger Einwohner pro Arzt, also je mehr Ärzte es für die Einwohner gibt, umso besser der Platz. Den ersten Platz hat das Saarland, wenn Stadtstaaten außen vor bleiben.
Die Bundesländer ohne ländliche Gegenden mit meist schlechterer Arztdichte, also die sog. Stadtstaaten, würden das Ergebnis verfälschen. Das ist auch der Grund, diese drei „Länder“ an den obersten Stellen zu finden.
Zweite Spalte der Tabelle: die gesamte Zahl der Bevölkerung des Landes. Das bevölkerungsreichste Land ist Nordrhein-Westfalen.

Die ärztliche Versorgung wäre ausgeglichen, wenn die größte Bevölkerung auch die meisten Ärzte hat. Das ist aber nicht so. Das Bundesland, dass mit beiden Plätzen oben steht ist der Freistaat Bayern.

Für uns heißt das, wir müssen uns die cirka 7 benötigten Ärzte in Leer mit cirka 1.722 anderen Patienten teilen, 287 Patienten mehr als in Bayern.

Da stellten sich die Fragen:
Um was kümmert sich der seit Februar 2013 im Amt befindliche Ministerpräsident Stephan Peter Weil von der SPD?
Und um was kümmerte sich die Gesundheitsministerin Cornelia Rundt von der SPD von 2013 bis 2017?
Und um was kümmert sich die Gesundheitsministerin Carola Reimann von der SPD seit 2017?
Wohl nicht um die Gesundheitsversorgung der Bürger in Niedersachsen!


Zum Beispiel das Wetter in Leer:

Und hier noch weiteres Allgemeinwissen (ist auch wichtig):

Leer wird auch das „Tor Ostfrieslands“ genannt. Die Einwohner von Leer werden im Standarddeutschen Leeraner und auf Plattdeutsch Leerders genannt.


In Ostfriesland wird anders gegrüßt:
In Bayern kann man 24 Stunden mit „Grüß Gott“ grüßen und in Leer kann man mit „Moin“ ebenso lange grüßen.
Die Verbingung zu „Morgen“ ist es nicht, der Grund liegt in der Wortherkunft.
„Moin“ bedeutet „’n mooien Dag wünsch ik di“ = „einen schönen Tag (Abend …) wünsche ich dir“. Moin ist also abgeleitet von mooi“ = schön, gut.
Verkürzt wurde dies zu „moin Dag“ und dann zu „Moin“.

Doch das doppelte Moin gilt häufig schon als Gesabbel. Der Ostfriese mag keine ausschweifenden Reden, er sagt genauso viel wie Menschen aus anderen Regionen aber mit weniger Worten.

Und etwas norddeutsche Geographie: Alles südlich der Elbe ist Norditalien.


Zum Beispiel meint Hein vonne Werft:


So. Nu ma Butter bei die Fische (ist auch wichtig):
„Schietwetter“ fängt erst bei Windstärke 12 an.
Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben.
Regen ist erst, wenn die Heringe auf Augenhöhe vorbeischwimmen.
Winter ist erst, wenn die Pfütze zufriert.


Zum Beispiel die Abfallwirtschaft:

Es gibt in Leer keine Mülltonnen?!
Die Abfall ist in Säcken vorgeschrieben. Diese müssen vom Abfallverursacher im Einzelhandel gekauft werden.
Graue Restabfallsäcke und Grüne Garten- und Bioabfallsäcke und Blaue Papier- und Pappeabfallsäcke.
Kostenlos gibt es Gelbe Säcke für Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen.

Der Vorteil ist, dass nur der anfallende Abfall (Rest, Bio und Papier) bezahlt werden muss. Eine Mülltonne kostet immer Geld, egal wie voll sie ist.
Verkaufsverpackungen landen in München in sog. Wertstoffinseln. Diese Container gibt es für Glas, Metall und Kunststoff. Ihre Benutzung ist kostenlos.

Ein Nachteil in Leer ist, dass es hin und wieder einen Engpass von Gelben Säcken gibt.
Der Müll der Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen macht aber den Großteil des Mülls aus.

Leeraner haben wahrscheinlich immer einen Gelbe-Säcke-Vorrat.
Wir werden uns dem angleichen.
Die Assimilierung schreitet fort.


Zum Beispiel der Wochenmarkt
Zweimal wöchentlich (Mi und Sa 7:00 – 14:00 Uhr) herrscht Markttreiben auf dem Ernst-Reuter-Platz in der Innenstadt. Von Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Käse und Backwaren, Honig und anderen Spezialitäten bis hin zu Blumen und Pflanzen präsentieren Erzeuger und Händler ein reichhaltiges Sortiment, auch an Bio-Produkten.
https://www.ostfriesland.de/mein-ostfriesland/ferienorte/leer/interessantes/wochenmarkt-6.html


Zum Beispiel die Gamma-Ortsdosisleistung (ODL) an der Messstelle Leer, nahe dem Stadtring:


Zum Beispiel der Gallimarkt:
Vom 10.10. – 14.10. findet der 510. Gallimarkt in Leer statt. Es gibt ihn jeweils im Oktober seit 1508, da in diesem Jahr der ostfriesische Graf Edzard I. dem Flecken Leer das Marktrecht verlieh. Bis 1820 wurde der Markt am 16. Oktober veranstaltet, dem St.-Gallus-Tag.
In Leer ist der Gallimarkt die fünfte Jahreszeit.
Das kennen wir.
Die fünfte Jahreszeit ist in Bayern die Starkbierzeit mit der Starkbierprobe und dem Derblecken auf dem Nockerberg.
Dazu gibt örtliche Besonderheiten:
In Erlangen (Mittelfranken) ist es die Bergkirchweih.
In Rosenheim (Oberbayern) ist es das Rosenheimer Herbstfest.
In Straubing (Niederbayern) ist es das Gäubodenvolksfest.

In Leer beginnt der zu den 10 größten Volksfesten in Norddeutschland gehörende Gallimarkt seit 1907 stets mit den Gallimarkt-Herolden und der Ausrufer von ihnen sagt laut den Verkündigungsspruch auf. Dieser lautet heute so:

„Radeau, Radeau, raditjes doe,
de Stadt, de hört de König toe,
Radeau, Radeau raditjes dum!

De Börgermester let vebeden:
nüms mag kopen of verkopen,
bevör de Klocke negen sleit,
bi Verlüß van Goederen.

Un all, wat over tein Pund weggt,
is na de Waage to brengen,
un darno fiev Dag free Markt.“


Zum Beispiel die Krypta
Sie ist eine Kapellengruft aus Überresten der ältesten Steinkirche. Diese ersetzte den Vorgängerbau aus Holz. Baubeginn der romanischen St.-Liudger-Kirche war 1189.
An ihrer oberirdisch zu sehende Ostwand sind von außen mehrere Grabplatten eingelassen.

Die Krypta der 1795 abgerissenen Ludgeri-Kirche liegt auf dem Gelände des alten ref. Friedhofes, nur wenige Schritte vom sagenumwobenen Plytenberg entfernt.
Seit 1955 ist sie eine Gedenkstätte für die vielen Opfer der beiden Weltkriege.

Allein im und auch nach dem 2. Weltkrieg starben 12 Millionen deutsche Zivilisten bei den Terrorangriffen (Rund-um-die-Uhr-Flächenbombardierungen), in allierten Lagern (zum Beispiel Rheinwiesen) und durch Vertreibungen. Und im Gegensatz zu den Toten anderer Völker, für die es eine Vielzahl von Gedenkstätten gibt, wird das gerne verschwiegen.